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Ein Regenwurm als Filmstar

Bei der Pflanzaktion in der Kita filmte ein junges Team vom Hugo Kükelhaus Berufskolleg. (Fotos: Kinderstiftung Essen)

Bei der Pflanzaktion in der Kita filmte ein junges Team vom Hugo Kükelhaus Berufskolleg. (Fotos: Kinderstiftung Essen)

„Film ab“ heißt es in diesen Tagen in den Kindertageseinrichtungen Schonnebeckhöfe und Fünfhandbank in Essen: Schülerinnen und Schüler des Hugo Kükelhaus Berufskollegs in Essen drehen dort einen Kurzfilm zum Projekt „Essbare KiTa“. Die Hauptrollen spielen nicht nur Kinder der Einrichtungen, die mit Schüppe und Harke zu Werke gehen, um ihren Kita-Garten mit essbaren Pflanzen zu bestücken, sondern auch der eine oder andere Regenwurm, der sich plötzlich aus dem Erdreich ins Bild drängt.

 

Den Kontakt zwischen den „Großen“ vom Hugo Kükelhaus Berufskolleg und den Kleinen hat Elke Remiorsch hergestellt. Die Ernährungsexpertin leitet das Projekt „Essbare KiTa“ der Kinderstiftung Essen. Es ist Teil des modellhaften Gesundheits- und Ernährungsprogramms „Fünf am Tag – machen Kinder stark“ der Kinderstiftung Essen und war Förderprojekt von „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“.  Da sich das Berufskolleg als „Grüne Schule“ besonders für Nachhaltigkeit stark macht und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler mit einem praktischen Projekt stärken möchte, war die Zusammenarbeit rasch besiegelt.

Mit ihren ungewohnten Rollen vor und hinter der Kamera mussten sich beide Seiten erst vertraut machen. „Die ersten Interviews mit den Kindern waren etwas schwierig, weil sie sehr schüchtern waren“, berichtet Jessica vom ersten Drehtermin in der Kita Schonnebeckhöfe. Beim zweiten Treffen ist das Lampenfieber schnell vergessen, denn es gilt, einen Apfelbaum zu pflanzen, der über die Spendenplattform „Gut für Essen“ finanziert werden konnte. Die Kleinen sind mit Feuereifer bei der Sache. Als sich dann noch ein Regenwurm ans Tageslicht schlängelt, ist klar: Der muss auch vor die Kamera! „Das ist der erste Freund von unserem neuen Baum“, freut sich Kita-Leiterin Silvia Olbrich-Kammann, „der macht die Erde schön locker.“

Bei der Frage, welche Blumen rund um den Apfelbaum eingesät werden sollen, holt sich Silvia Olbrich-Kammann Rat bei Elke Remiorsch. Die Projektleiterin der „Essbaren KiTa“ unterstützt die Einrichtungen dabei, Aktivitäten rund ums Pflanzen und Ernten in die pädagogische Arbeit zu integrieren. In enger Zusammenarbeit und mit fachlicher sowie finanzieller Unterstützung der Kinderstiftung Essen entstehen auf diese Weise nachhaltige Ideen für eine grünere Stadt und ein gesünderes Aufwachsen von Kindern in Essen.

Zum Programm „Fünf am Tag - machen Kinder stark“
2010 hat die Kinderstiftung Essen das Modellprojekt „Fünf am Tag – machen Kinder stark“ gestartet, zunächst an 14 gemeinsam mit dem Kinder- und Familienbüro der Stadt Essen ausgewählten Kitas. Pate stand das EU-Förderprojekt „Fünf am Tag“, das Grundschulkinder täglich mit Obst und Gemüse versorgt. Die „Fünf-am-Tag-Kitas“ bekommen nach Bedarf und Anzahl der Kinder Geld für den Obst- und Gemüseeinkauf und für ergänzende gesundheitsfördernde Maßnahmen, zum Beispiel Bewegungsangebote oder professionelle Ernährungsberatung. Für die Fachkräfte und Eltern gibt es Fort­bildungsangebote zum Thema Ernährung und Bewegung. Die Bundesministerien für Gesundheit sowie Ernährung und Landwirtschaft haben das Programm ausgezeichnet und in die bundesweite INFORM-Kampagne aufgenommen. Die „Essbare KiTa“ ist Teilprojekt des Programms und war Förderprojekt von „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“. Ferner gehört die „Essbare KiTa“ zu einem Netzwerk innerhalb der Kampagne Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit, die vom Schulministerium und Umweltministerium des Landes NRW getragen wird.

Zur Kinderstiftung Essen
Die Kinderstiftung Essen und deren Gründer engagieren sich seit 1984 für die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien. Ihr Ziel ist es, eine kindgerechte Großstadt zu schaffen und Kindern nachhaltige Zukunftsperspektiven zu geben. Die Kinderstiftung pflegt dazu eine enge strategische Kooperation mit dem Oberbürgermeister und dem Jugendamt der Stadt Essen.

 

 

 

 

04.05.2018