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Ein riesiger Vorlesespaß

Für die Kinderstiftung Essen lasen der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Herbert Lütkestratkötter (oben) und Prof. Dr. Thomas Budde Essener Kita-Kindern vor.

Für die Kinderstiftung Essen lasen der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Herbert Lütkestratkötter (oben) und Prof. Dr. Thomas Budde Essener Kita-Kindern vor.

Bundesweiter Vorlesetag.

Der Riese Knurr hat Hunger. Sein Magen knurrt so laut, dass alle Tiere Angst vor ihm bekommen. Nur die Mäusefamilie nicht. Sie lädt ihn sogar ein, Geburtstag zu feiern und Torte zu essen. Gebannt lauschen die Kinder des Familienzentrums Fünfhandbank der spannenden Geschichte. Aus Anlass des Bundesweiten Vorlesetages schenkt Dr. Herbert Lütkestratkötter, Kuratoriumsvorsitzender der Kinderstiftung Essen, den Kleinen eine Stunde Lesezeit. Gemeinsam mit dem Jugendamt der Stadt Essen sendet die Kinderstiftung Essen jedes Jahr ehrenamtliche Vorleser in Essener Kindertageseinrichtungen.

Aufmerksam zuhören, sich konzentrieren und die Welt drumherum vergessen: Diese Kunst beherrschen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer hervorragend. Herbert Lütkestratkötter betont die Aspekte des einander Kennenlernens und den Abbau von Berührungsängsten. „Am Ende werden alle Freunde und niemand hat Angst“, schließt er die vorgelesene Geschichte zum Thema Integration und erzählt sie mit den Kindern nach. Als eine von 15 Sprachförderkitas in Essen wird die Einrichtung in dem Programm „Sprach-Kitas“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Den Kindern wird regelmäßig und intensiv vorgelesen, um eine altersgerechte Sprachentwicklung zu fördern. Ferner ist ein gezieltes Training zur Wortschatzerweiterung in den Kita-Alltag integriert. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kinder von sprachlicher Bildung besonders profitieren, wenn sie früh beginnt.

Auch die Kita Schonnebeckhöfe nimmt als Sprachförderkita an dem Bundesprogramm teil. Dort las am Bundesweiten Vorlesetag Prof. Dr. Thomas Budde vom Kuratorium der Kinderstiftung Essen einer aufmerksamen Kinderschar vor. In den meisten Familien, so die Erfahrung von Kita-Leiterin Silvia Olbrich-Kammann, wird heute weniger gelesen als früher. Deshalb bemüht sich die Einrichtung schon seit vielen Jahren um die Sprachbildung. Mit Nedime van der Logt verfügt sie über eine zusätzliche Fachkraft für sprachliche Bildung. Diese berät, begleitet und unterstützt das Team bei der alltagsintegrierten sprachlichen Bildungsarbeit, bei der inklusiven Pädagogik und in der Zusammenarbeit mit den Familien. Gemeinsam bemüht sich das Kita-Team darum, im Alltag noch mehr Sprachanlässe zu schaffen. „Wir sind Sprachvorbilder“, sagt Silvia Olbrich-Kammann. „Daher ist jeder Moment wichtig: Beim Wickeln, Mittagessen und Zähneputzen kommen wir mit den Kindern ins Gespräch.“ Einmal pro Woche besuchen die Kleinen die nahe gelegene Bücherei. „Besonders wichtig ist es, die Eltern mit ins Boot zu holen“, sagt die Kita-Leiterin. Daher stehen auch gemeinsame Bibliotheksbesuche auf dem Programm. Zudem erfahren die Eltern von den pädagogischen Fachkräften, wie sie die sprachliche Entwicklung ihres Kindes zu Hause unterstützen können.

Die Kita Fünfhandbank und die Kita Schonnebeckhöfe sind Partner im Gesundheitsprogramm „Fünf am Tag – machen Kinder stark“ der Kinderstiftung Essen und des Jugendamtes.

Zum Vorlesetag

Der bundesweite Vorlesetag findet auf Initiative der Wochenzeitung „Die Zeit“, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung schon seit 2004 einmal jährlich im November statt. Ziel des Aktionstages ist es, ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Lesen zu setzen und Freude am Lesen zu wecken. In diesem Jahr beteiligen sich über 170.000 Vorleser an dem größten Vorlesefest Deutschlands.

Zur Kinderstiftung Essen
Die Kinderstiftung Essen und deren Gründer engagieren sich seit 1984 für die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien. Ihr Ziel ist es, eine kindgerechte Großstadt zu schaffen und Kindern nachhaltige Zukunftsperspektiven zu geben. Die Kinderstiftung pflegt dazu eine enge Kooperation mit dem Kinder- und Familienbüro der Stadt Essen.

 

 

17.11.2017